Ausstellungen im Clubhaus

 

 

Michael Büttner Ausstellungsankündigung

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Da der Kurator Roland Pohl leider nicht zur Ausstellungseröffnung beiwohnen konnte, hat seine Frau und ehemalige Vizepräsidentin des Tennisclubs Darlene Pohl die Aufgabe übernommen, die Ausstellung eröffnet.

 

Roland Pohl hätte folgende Rede gehalten: 

 

“Diesmal werde ich von meiner Standard-Anrede abweichen und eine wichtige Gruppe ergänzen:

 

Lieber Herr Michael Büttner,

Liebe Frau Westphal,

Liebe Naturliebhaber,

Liebe Mitglieder des Tennisvereins,

Liebe Freunde der Kunst, 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

heute werden wir uns mit der Natur beschäftigen. Nun ist dieser Satz schon falsch, denn wir sollten uns jeden Tag mit der Natur beschäftigen.

Green Peace hat schon in den Achtzigern in einer Werbung gesagt: Wir brauchen die Natur, die Natur braucht uns nicht.

 

Der Titel der Ausstellung von Michael Büttner lautet: Die Natur und andere Einsichten.

 

Ich werde einen größeren Bogen schlagen, vielleicht sogar einen Regenbogen der Natureinsicht schlagen. Bitte verzeihen Sie meine Naturexkursion. 

 

„Einsicht enthält immer ein Moment der Selbsterkenntnis und stellt eine notwendige Seite dessen dar, was wir Erfahrung nennen,“ sagt der Philosoph Hans-Georg Gadamer.

 

Folgende drei Gruppen von Naturverteidigern haben die Natur als Grundlage unseres Leben erkannt, und haben Selbsterkenntnisse und Erfahren erhalten.

Es ist auch gut möglich, dass ein Mensch zu mehreren Gruppen gehören kann.

 

Zu dieser ersten Gruppe gehört Michael Büttner.

Es sind die Menschen, die zeigen, wie schön die Natur ist. Ein Baum, ein Gebirge, eine Landschaft. So klar, dass man sich danach sehnt, wenn man die Natur nicht um sich hat. 

 

Er zeigt mit seinen Fotografien den Ursprung und das Ziel. Wir Menschen dürfen das Ziel nicht aus den Augen verlieren.

Dafür sorgt Michael Büttner mit seinen detailgetreuen Aufnahmen. Trotzdem bleibt ein Freiraum zum Nachdenken, Philosophieren und phantasieren, da Fotos immer einen Ausschnitt vom Ganzen zeigen.

 

Die zweite Gruppe sind die Ermahnenden, dass es der Natur nicht gut geht. Diese Gruppe zeigt, dass der Mensch nicht immer richtig gehandelt hat. Einer dieser Menschen ist Julian Charrière. Sie erlauben mir, dass ich auf die Ausstellung in der Berlinischen Galerie hinweise. Er zeigt dort, was sich der Mensch alles erlaubt hat: Atomtests im Bikini-Atoll mit verseuchten Inseln und gigantische Palmölplantagen, wo außer Palmen nichts mehr ist. 

 

Die dritte Gruppe sind die Akteure, die sich mit Tat und Kraft für die Erhaltung der Natur einsetzen.  Dazu gehören Milena Glimbowski und  Boyan Slat. Milena Glimbowksi hat den Einkaufsladen in Kreuzberg eröffnet, der komplett auf Einwegverpackungen verzichtet. Der Kunde  bringt seine eigenen Aufbewahrungsgefäße mit und füllt sie mit Lebensmitteln. Sie trägt ihre Einsichten inzwischen in die ganze Welt. 

Boyan Slut hat 2011 mit 16 Jahren in Griechenland bei einem Urlaub die Einsicht erhalten, dass die Meere von Plastik befreit werden müssen. Im September 2018 – also nur sieben Jahre später – hat sein riesiges Unternehmen The Ocean Cleanup mit 70 Ingenieuren es nun erreicht, dass sein erstes Aufräumsystem den Hafen verlassen hat, um im Pazifik den Plastikmüll einzusammeln. Es sollen weitere 65 Systeme folgen.

 

Mein Appell geht nun an die drei Parteien: 1. Politik, 2. Industrie und 3. Verbraucher. Es ist wichtig, dass wir nicht mehr den Zeigefinger auf die anderen Parteien zeigen und sagen: Es sollen erst einmal die anderen anfangen. Wir alle müssen ran und zwar gleichzeitig. Die Politiker, die Unternehmer und die Verbraucher. Jede kleine Tat für die Natur ist eine gute Tat. Jede Vermeidung von Naturüberstrapazierung tut der Natur gut. 

Es gibt eine  beinah unendliche Vielzahl von Möglichkeiten, die jeder Einzelne oder eben auch alle zusammen machen kann. 

Bitte denkt täglich dran und handelt.

 

Dann bleibt die Natur so lange wie möglich erhalten. Dann kann der Baum noch lange leben. 

Und dann kann Michael Büttner sein Leben lang wunderbare Fotos von der Natur einfangen. 

Ich danke Michael Büttner dafür, dass er mir auf diese Weise zeigt, wie wichtig es ist, täglich an die Natur zu denken.

 

Bitte entschuldigen Sie meine ermahnende Rede, doch ich bin froh, dass ich das mal so aus tiefsten Herzen vortragen konnte.

 

Ich möchte nun gerne die Bühne für Frau Westphal freigeben. Sie ist nicht nur inzwischen – und zwar in diesem Jahr – die Frau von Michael Büttner geworden, sondern kann im gleichen Maße im Detail über Michael Büttner sprechen, wie Michael Büttner die Details eines Baum zeigen kann…”

 

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Für Lesefreudige hier die Seite aus der Clubzeitung 2018:

 

18-01-01 Clubzeitung 18031406 Internet

 

Viel Vergnügen Ihr Kurator Roland Pohl

Telefon: (0171) 773 44 05

E-Mail: ausstellung-tc-gw-nikolassee@web.de

Informationen für Künstler: Siehe Service / Downloads / Ausstellungen_Informationen für Künstler